Schulverpflegung in Bewegung und Regionale Treffen – von der Ausschreibung, der Vergabe bis zur Qualitätssicherung des Mittagessens an Schulen

180108 RT Vergabe 11Die Organisation der Mittagsverpflegung in Ganztagsschulen stellt viele vor eine große Herausforderung. Egal ob Schulträger, Schulleitungen oder Caterer, alle sind gleichermaßen gefragt um gemeinsam mit Eltern, Schülerinnen und Schülern geeignete Lösungen zu finden. Denn nur so kann Schulverpflegung gelingen. Dieser Herausforderung stellten sich im Winter 2017/2018 insgesamt knapp 100 Schulträger in Niedersachsen. Sie nutzen die Gelegenheit sich im Rahmen der Fachtagung „Schulverpflegung in Bewegung: Essen bildet – Kultur, Genuss und Vergaberecht“ sowie im Rahmen der Regionalen Treffen „Vergaberecht in der Schulverpflegung – Qualität beginnt bei der Ausschreibung“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen intensiv mit dem Thema Ausschreibung, Vergabe und Qualität in der Schulverpflegung zu beschäftigen.

Neben den Themen Vergaberecht und Ausschreibung stellte die Fachtagung „Schulverpflegung in Bewegung“ zahlreiche Ansätze und Modelle zur Ernährungsbildung, interkulturellen Kompetenz sowie Schnittstellenmanagement vor. Doch die zahlreichen, anwesenden Schulträger verfolgten vor allem gespannt dem Vortrag der Referentinnen Sabine Chilla und Petra Vonderach, die die Ausschreibung als Steuerungselement für die Umsetzung von Qualitätsstandards in der Schulverpflegung präsentierten. Dabei beschreiben sie die Leistungsbeschreibung als „Herzstück“ der Ausschreibungsunterlagen. Hier werden die Qualitätsanforderungen an die Organisation und die Umsetzung der Schulverpflegung verbindlich verankert. Vom Einkauf, über die Herstellung, den Transport bis hin zur Ausgabe und zum Verzehr - all diese Punkte müssen im Vorfeld genau beschrieben werden, um ein entsprechende Verpflegungsleistung zu erhalten. Aus diesem Grund ist es unerlässlich sich bei der Planung mit allen Beteiligten über die gewünschten Qualitätsanforderungen auszutauschen und diese festzulegen. In einem Workshop am Nachmittag wurde vertiefend auf die rechtlichen Aspekte eines Ausschreibungsverfahrens sowie auf weitere Details bei der Erstellung eines Leistungsverzeichnisses eingegangen. Alle Anwesenden hatten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Hindernisse zu beschreiben. Am Ende war klar: Die Erstellung des Leistungsverzeichnisses sollte ein gemeinsamer Prozess mit den Beteiligten aus Schule sein und ist der erste Schritt auf dem Weg zur Ausschreibung.

Die Fachtagung „Schulverpflegung in Bewegung“ wird mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert und in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. – Sektion Niedersachsen, der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V., der Akademie des Sports im LandesSportBund Niedersachsen e. V., der Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V. und der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen durchgeführt. 

Bereits kurz nach der Fachtagung konnte die Vernetzungsstelle den Schulträgern anbieten, sich vertiefend mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Regionalen Treffen „Vergaberecht in der Schulverpflegung – Qualität beginnt bei der Ausschreibung“ im Dezember und Januar waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Gemeinsam mit dem Fachanwalt Dr. Dietrich Borchert wurden die Abläufe eines Vergabeverfahrens für die Schulverpflegung erarbeitet. Zuerst ging es um die zentralen Fragen: Wie läuft eine Vergabe ab, wie schreibe ich einen Dienstleistungsauftrag oder eine Dienstleistungskonzession aus und ab wann muss EU-weit ausgeschrieben werden. Auf charmante Art und Weise erklärte Dr. Borchert das rechtliche Gerüst einer Vergabe, um deutlich zu zeigen, dass diese Aufgabe zu bewältigen ist. Auch hier wurde schnell klar, dass der Fokus auf der Erstellung des Leistungsverzeichnisses liegt. Denn nur was genau beschrieben wurde, kann auch ausgeschrieben werden. Dabei müssen die Anforderungen natürlich an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Um diese qualitativen Aspekte der Schulverpflegung in Leistungsverzeichnissen ging es in einem anschließenden Vortrag der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Erste Schritte auf dem Weg zu einem Leistungsverzeichnis sind demnach die Gründung eines Verpflegungsausschusses, die Erstellung einer Situationsanalyse sowie eine klare Beschreibung der Qualitätsanforderungen an die Schulverpflegung. Hierbei dient allen voran der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung als Orientierung für die Gestaltung einer bedarfsgerechten und ausgewogenen Schulverpflegung. Kernstück sind die Angaben zu einer gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl, zur Speisenplanung und -herstellung und zu den Rahmenbedingungen der Schulverpflegung.

Die Schulträger haben in den genannten Veranstaltungen einen ersten Eindruck über die formale Gestaltung eines Vergabeverfahrens sowie die Formulierung der Qualitätsanforderungen im Leistungsverzeichnis erhalten. Genau an dieser Stelle möchte die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen mit einem vertiefenden Angebot im Sommer 2018 ansetzten. Der Fokus wird dann weiter auf die Qualität der Schulverpflegung und die Möglichkeiten der Qualitätssicherung für den Schulträger gerichtet sein.

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