30.08.2017 - Verpflegung in der Schulmensa - So wandern weniger Lebensmittel in den Müll

Das neue Schuljahr beginnt und damit auch wieder die Frage nach einer guten Mittagsverpflegung bei Ganztagsunterricht. Wie gut das Angebot in einer Schulmensa ist, lässt sich auch daran messen, wie viel der angebotenen Lebensmittel in den Müll wandern.

Rund ein Viertel der produzierten Speisen werden nicht gegessen, sondern entsorgt. Das zeigten Erhebungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel verschiedener Maßnahmen ist es, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und die Wertschätzung von Lebensmitteln im Schulalltag zu verbessern. Dazu gehört die Wahl des Ausgabesystems ebenso wie die Planung der Essensmengen.

Ein Buffet ist für Schüler attraktiv, weil sie ihr Essen selbst zusammenstellen können. Für die Küche bedeutet das jedoch einen höheren Personalaufwand, weil Komponenten nachproduziert und das Buffet laufend bestückt werden muss. Damit es attraktiv bleibt, werden häufig noch teilweise befüllte Behälter ausgetauscht, so dass unnötige Ausgabereste entstehen.
Wie viele Schüler nehmen am Essen teil? Diese Information ist für die Küche essenziell für eine Planung der Essensmengen. Wird die Zahl der Essensteilnehmer nicht rechtzeitig an die Schulküche weitergegeben, wird unnötig zu viel gekocht. Die Rezepturen der Gerichte müssen kindgerecht sein. „Exotische“ Gerichte wie beispielsweise „Bananen-Fisch-Curry“ stoßen oft auf wenig Gegenliebe und werden entsprechend häufig nicht aufgegessen.

Die Menge der Lebensmittelabfälle ist auch abhängig von den spezifischen Gegebenheiten der Schulen, Schulküchen und Caterer. Einstellung, Motivation und Engagement der Akteure spielen dabei eine Rolle. Und natürlich die Vorlieben der Schüler. In Schulen, die eng mit der Schulküche oder dem Caterer zusammenarbeiten, sind die Abfallquoten tendenziell geringer. Der Kommunikation zwischen den Akteuren kommt eine besondere Rolle zu. Damit die Küchenleitung weiß, welche Mengen und welche Speisen entsorgt werden, braucht sie die Rückmeldung aus der Spülküche. Die Information, wie viele Schüler abwesenheitsbedingt nicht am Essen teilnehmen, muss vom Schulsekretariat rechtzeitig an die Küche oder den Caterer gemeldet werden. Und auch die Schüler selbst sind gefragt, wenn es darum geht, Lebensmittel nicht in den Müll wandern zu lassen. Mögen Sie keinen Fisch oder zum Beispiel keinen Brokkoli, sollten sie das der Ausgabekraft sagen, damit es erst gar nicht auf den Teller kommt.

Weitere Informationen:
Mit dem Thema Lebensmittelabfälle beschäftigt sich eine Schwerpunktausgabe der Zeitschrift „Ernährung im Fokus“, Ausgabe 05-06/2017, Bestell-Nr. 5783, Preis: 4,50 Euro
www.ble-medienservice.de
https://www.bzfe.de/lebensmittelverschwendung-1868.html
https://www.bzfe.de/inhalt/mittagsverpflegung-in-der-schule-4998.html

Quelle: BZfE-Newsletter Nr. 35 vom 30. August 2017 | Renate Kessen, www.bzfe.de

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