Ernährungsbildung rund um das Thema „Lebensmittelverschwendung und –Wertschätzung“

Maßnahmen zur Abfallvermeidung bei den Schülern - Steigerung der Wertschätzung für Lebensmittel und Erlernen von Ernährungskompetenzen

Schülerinnen und Schüler, insbesondere Jugendliche, handeln oft wenig nachhaltig in Bezug auf Lebensmittel. Die Wertschätzung für Lebensmittel ist mit der Industrialisierung und im Zuge der Entwicklung einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft verloren gegangen. Ursachen, die zu einer Entfremdung von Lebensmitteln geführt haben sind unter anderem:

  • Es gibt keine Lebensmittelknappheit mehr
  • Ein Lebensmittel ist „irgendein“ Produkt, das man jederzeit aus dem Regal nehmen kann
  • Menschen haben keine Beziehung zur Landwirtschaft und zur Herkunft der Lebensmittel mehr
  • Emotionale Verbindungen zu Speisen (Sonntagsbraten, Familienrezepte…) gehen verloren

Vorratsdosen mit Lebensmitteln; © absolutimages - Fotolia.comSo ist auch das selbstverständliche Wissen über die Erzeugung und Verarbeitung, das vor ein paar Jahren noch über Eltern und Großeltern erlangt wurde, nicht mehr vorhanden. Dass ein Kühlschrank unterschiedliche Temperaturzonen zur optimalen Lagerung von Lebensmitteln hat oder dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht dem Verbrauchsdatum entspricht, ist. vielen schlicht und ergreifend nicht bekannt. Es fehlt auch die Kreativität im Umgang mit Lebensmitteln, etwa aus Resten am nächsten Tag ein schmackhaftes Mahl zuzubereiten oder mit Gemüse der Saison zu kochen. Um diese Fertigkeiten wieder zu erlangen, ist es unter anderem wichtig, gewisse Kompetenzen zu vermitteln, welche praktisch und alltagstauglich eingesetzt werden können. Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern Zusammenhänge zu vermitteln, die mit der Verschwendung von Lebensmitteln einhergehen. Sie sollen langfristig für dieses Thema sensibilisiert werden und den Wert von Lebensmitteln begreifen.

Auch die Mensa kann aktiv zur Ernährungsbildung beitragen und die Schülerinnen und Schüler zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln motivieren, indem sie in die oben genannten Maßnahmen einbezogen werden. Zur Verringerung der Tellerreste empfiehlt sich unter anderem eine freie Komponentenwahl, die Wahl der Portionsgröße bei der Speisenausgabe oder durch Umfragen zur Speisenzufriedenheit. Positiv ist dabei auch, dass die in der Schulmensa vermittelten Werte und Umgangsformen von den Schülerinnen und Schüler häufig auf den privaten Alltag übertragen werden.
Auch im Schulunterricht können Inhalte zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen vermittelt werden. Die folgende Sammlung von ausgewählten Unterrichtsmaterialien soll helfen, schülergerecht auf diese Themen einzugehen und Basiswissen zu vermitteln.

Verschiedene Materialien von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn:
Sekundarstufe 1, Klasse 7 bis 8:

Sekundarstufe 2, Klasse 11 bis 12:

Weitere Lehrmaterialien zur Wertschätzung von Lebensmitteln finden sie bei der Verbraucherzentral Nordrhein-Westfalen: http://www.vz-nrw.de/wertschaetzung

Filme und Informationen auf der Internetseite „Teller statt Tonne“ von Slow Food Deutschland: http://www.teller-statt-tonne.de/lehrerinnen/

Einen Einstieg ins Thema zu Beginn der Unterrichtseinheit bietet ein Video der Stadt Köln „Schad dröm“: https://www.youtube.com/watch?v=sKd3lvztBe4

GemüseAckerdemie: Das Bildungsprogramm setzt sich dafür ein, die Wertschätzung für Natur und Lebensmittel bei Schülern zu steigern in dem der Schulgarten als aktiver Lernort genutzt wird http://www.gemüseackerdemie.de/

Umweltzentrum Hollen: Neben dem Projekt "Wirf mich nicht weg" führt das Umweltzentrum auch täglich Kurse für Schulklassen in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Wald und Naturerfahrung, Naturwissenschaften und Energie durch http://www.wirf-mich-nicht-weg.de/

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