10.10.2019

Ministerin Otte-Kinast: „Wir brauchen Antworten“

Bildquelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz – ©Timo Jaworr

Landwirtschaftsministerium veranstaltet erstmals Barcamp „StadtLandFood“ Niedersachsen

Erstmals öffnete das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium seine Türen für das Barcamp „StadtLandFood“ Niedersachsen. In fünf Konferenzräumen drehte sich am Donnerstag, den 10.10.2019 alles um die Fragen: Wie will ich leben, einkaufen und essen? Was kommt auf den Tisch? Wie soll Landwirtschaft aussehen? Wie viel Geld ist mir das Tierwohl wert?

Rund 80 Teilnehmer (unter anderem Landwirte, Verbraucher, Verbände, Politiker) hatten sich angemeldet, um einen ganzen Tag lang zu diskutieren. Das Programm der „Un-Konferenz“ legten sie zu Beginn selber fest. Das Spektrum an Themen für die sogenannten Sessions war breit: Von „Solidarische Landwirtschaft für alle“ über „Verbraucher entscheiden“ bis hin zu einem „World Café zum Tierwohllabel“ hatten die „Barcamper“ vielfältige Ideen im Gepäck und tauschten sich untereinander aus.

Zum Auftakt begrüßte Ministerin Barbara Otte-Kinast die Teilnehmer. Sie betonte, dass die Dialog-Veranstaltung zwischen vielen gesellschaftlichen Gruppen ein wichtiger Schritt sei, um die Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. Die Ministerin bot auch eine Session an. Ihr Thema: „Klimawandel – Gesprächsklimawandel“. Dazu Otte-Kinast: „Ich nehme eine Art Zweiklassengesellschaft wahr – ‚wir‘ und ‚die‘ – also etwa ‚wir Landwirte‘ und ‚die Verbraucher‘. Hilft diese Polarisierung wirklich weiter?“ Sie sei besorgt, dass die Gesellschaft auseinanderfalle. Für Grautöne sei keine Zeit. „Wir bedienen, die gleichen Muster und hauen auf die gleichen, alten Feinde ein. Aber wo sind eigentlich die neuen Helden? Wir brauchen Antworten“, sagte die Ministerin. Diese Kommunikationskultur nehme sie auch im Bereich Ernährung wahr. „Was mich daran stört, ist die ideologische Debatte: Verzicht ist gut, Konsum böse. Es geht häufig gar nicht ums Kochen oder um Genuss. Es geht um eine Weltanschauung“, erklärte die Ministerin. Im Anschluss diskutierte sie mit den Teilnehmern, wie man für ein gutes Gesprächsklima sorgen könne.

Nach der erfolgreichen Premiere des Barcamps „StadtLandFood“ Niedersachsen soll das Format im kommenden Jahr landesweit fortgesetzt werden.

weiterführender Link:
Barcamp „StadtLandFood“: www.stadtlandfoodcamp.de.

Quelle: Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Pressemitteilung vom 10.10.2019