Good Practice-Schule
Georg-Büchner-Gymnasium
©Angelika Dehnert – deLiCat
Ort: Seelze – Letter
Internetseite: https://www.gbgseelze.de/
Ansprechpartner*innen: Jörg Beker – stellvertretender Schulleiter und Verantwortlicher für die Schulverpflegung
Verpflegungssystem: Mischküche
Ausgabesystem: Büfett
Angebot: Mittagessen
Anzahl der Schüler*innen: 1250
Anzahl der Essen pro Tag: 100 – 125
Stand der Daten und des Berichtes: März 2026
Wir gehen unseren eigenen Weg zu qualitativ guter Schulverpflegung
Das Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) in Seelze-Letter stand immer wieder vor ähnlichen Problemen: Zunächst lieferten Caterer qualitativ hochwertiges Mittagessen, aber nach kurzer Zeit sank die Qualität des angebotenen Essens stark und noch dazu gab es regelmäßige Preiserhöhungen. Ende 2024 konnte dann ein überzeugender Verpflegungsanbieter gefunden werden, der bis heute hoch qualitatives Essen liefert.
Auf der Suche nach einem neuen Verpflegungsanbieter
Mittagsverpflegung die gut schmeckt, gesund ist und einen fairen Preis hat. Das wünschten sich die Verantwortlichen am GBG für ihr Mittagessen. Nachdem mehrere Anbieter nur unzufriedenstellendes Essen lieferten, wurde zum Schulhalbjahr 2023 ein regionaler, gemeinnütziger Anbieter mit zunächst qualitativ gutem Essensangebot gefunden. Der einzige Nachteil: Dieser lieferte nur das Essen und die Schule musste sich um Personal für die Ausgabe vor Ort und auch um die Abrechnungen der bestellten Essen kümmern. Da die Essensqualität hoch und der Preis fair war, wurde dieser Aufwand jedoch in Kauf genommen. Nach ca. einem Jahr, ließ die Qualität des gelieferten Essens jedoch wesentlich nach. Der Speiseplan füllte sich immer mehr mit Gerichten wie Schnitzel mit Pommes oder Süßspeisen wie Milchreis und ausgewogene Gerichte wurden eine Seltenheit. Die Essenszahlen schwankten stark und lagen bei max. 60 Essen pro Tag. Nachdem der Verpflegungsanbieter dann zum Ende des Schuljahres 23/24 eine Preiserhöhung ankündigte, entschied sich die Schule, auf die Suche nach einem neuen Anbieter zu gehen. Hauptaugenmerke sollten dabei eine hohe Qualität des gelieferten Essens und ein fairer Preis sein. Außerdem soll der Verpflegungsanbieter auch die Ausgabe vor Ort und die Abrechnung des Essens übernehmen.
Schließlich wurde durch den Tipp einer Lehrerin ein Anbieter gefunden, bei dem Essensqualität im Vordergrund steht. Ein Probeessen an einer anderen Schule wurde vereinbart und alle Anwesenden waren vom Konzept des Verpflegungsanbieters begeistert. Seit 2025 wird das GBG nun von diesem Anbieter beliefert und ist sehr zufrieden.
Verpflegungsanbieter setzt auf Buffetsystem und überzeugt
Das Konzept des neuen Verpflegungsanbieters lebt davon, dass die Kinder und Jugendlichen sich selbstständig an einem Buffetwagen ihr Essen auftun. Von diesem Konzept ist Herr Beker sofort überzeugt. Nach Zusage durch den Verpflegungsanbieter finanziert er aus Schulmitteln Buffetwagen, damit das Konzept am GBG umgesetzt werden kann. Beim Buffetsystem können die Kinder stärker ihre eigenen Vorlieben ausleben. Zudem haben Kinder die Möglichkeit von neuen, unbekannten Speisen zunächst eine kleine Portion der einzelnen Komponenten zu probieren und sich dann die für sie schmackhaften Komponenten nochmal nachzunehmen. Ein weiterer Vorteil den Herr Beker im Buffetsystem sieht, ist, dass sich die Essensmengen automatisch passend verteilen. Die oberen Jahrgänge nehmen sich eher größere Portionen, die Unteren eher kleinere, während vorher alle eine mittlere Portion bekamen. So verlässt niemand die Mensa hungrig und gleichzeitig wird weniger Essen weggeworfen.
Innerhalb von einem Jahr verdoppelten sich die Essenszahlen durch das neu eingeführte Konzept auf 100-125 Essen pro Tag, ohne große Schwankungen.
Der gemeinsame Weg hin zu einer besseren Schulverpflegung
Durch den neuen Verpflegungsanbieter ist eine gute Essensqualität gesichert. Doch Schule und Verpflegungsanbieter machen hier nicht Schluss. Sie wollen ein rundum gelungenes Mensakonzept gestalten. Gemeinsam begeben sie sich auf den Weg, das Konzept Schulverpflegung am GBG zu überdenken und zu verbessern. Dabei tauschen sie sich regelmäßig zu Fragen wie: „Wie können mehr Schülerinnen und Schüler dazu motiviert werden am Mittagessen teilzunehmen?“ oder „Wie kann man die Räumlichkeiten vor Ort noch angenehmer gestalten?“ aus und setzen Verbesserungsvorschläge um.
Maßnahmen zu Verbesserung des Mittagessenangebotes
- Alle 5. Klässler haben zu Beginn des Schuljahrs die Möglichkeit sich für ein kostenloses Probeessen in der Mensa anzumelden. Getragen werden die Kosten für dieses Probeessen zur Hälfte von der Schule, zur Hälfte vom Caterer.
- Am Tag der offenen Tür bietet der Caterer ein kostenloses Essen für alle in der Mensa an, um auch Eltern vom Konzept zu überzeugen.
- Um eine gute Betreuung in der Mensa zu ermöglichen wird einigen pädagogischen Fachkräften, wie z.B. FSJ-lern ein Mittagessen in der Mensa von Schulseite aus finanziert. So ist eine Betreuung gesichert und die SchülerInnen sehen, dass auch die Erwachsenen gerne in der Mensa essen. Lehrerinnen und Lehrer müssen das Essen weiterhin bezahlen.
- Im Essensraum sind zudem einige Veränderungen durchgeführt worden: Tische wurden zu altersgerechten Gruppentischen neu angeordnet. Als Deko-Elemente sind an einer Wand Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern platziert und auf den Tischen stehen Info-Pamphlets über Küchenkräuter und Blumenvasen. Mit einem abwischbaren Stift können die Vasen dieser Blumen durch Schülerinnen und Schüler verziert werden. Aktuell werden Maßnahmen getestet, um die Akustik im Raum zu verbessern. Weitere Ideen für die Gestaltung des Mensaraumes liegen bereits vor: Z.B. Dekoration der Wände mit Bildern oder auch die Anbringung einer Gewürz-Bar an einer der Wände. Auch in diesem Bereich arbeiten Schule und Caterer eng zusammen. Ziel: Die Mensa soll ein Wohlfühlort für alle Kinder und Jugendlichen von der 5. Bis zur 13. Klasse werden.
- Die Essenszeiten wurden erweitert. Die Mensa ist schon ab 11:20 Uhr geöffnet, sodass sich die Essensteilnehmer auf eine lange Mittagspause verteilen und Kinder ggf. auch vor dem nach Hause gehen noch ein Mittagessen einnehmen können.
Ein Neubau birgt neue Möglichkeiten – Doppelnutzung der Mensa beenden
Eine bauliche Erweiterung des GBGs wird voraussichtlich 2028 fertiggestellt. Sobald der Bau abgeschlossen ist, soll die Mensaeinrichtung weiter optimiert werden. Aktuell wird die Mensa nebenbei als Veranstaltungsraum genutzt. Deswegen sind einige wünschenswerte Anpassungen und vor allem permanente bauliche Änderungen aktuell nicht denkbar. Nach dem Umbau soll die Mensa jedoch spezifischer für den Zweck Mittagessen eingerichtet und ausgestattet werden. Schule und Verpflegungsanbieter stellen sich vor dann feste Elemente wie Raumtrenner oder Sitzecken einzuplanen, um so Zonen für unterschiedliche Altersklassen zu schaffen.