Good Practice-Schule

Grundschule Bloherfelde, Oldenburg

© Vesch NI | Mensa mit Tellerreste auf Wagen

© Melanie Greinert – GS Bloherfelde

Ort: Oldenburg

Internetseite: https://gs-bloherfelde.de/ 

Ansprechpartner*innen: Alexandra Wohlert – Schulleitung, Melanie Greiner – Ganztagskoordinatorin

Verpflegungssystem: Mischküche

Ausgabesystem: Büfett

Angebot: Mittagessen

Anzahl der Schüler*innen: 350

Anzahl der Essen pro Tag: ca. 200

Stand der Daten und des Berichtes: Januar 2026

Ganzheitlicher Ganztag

In der Grundschule Bloherfelde wird Partizipation großgeschrieben

Die Grundschule Bloherfelde ist eine Schule mit über 350 Schüler*innen und einem sehr vielfältigen Einzugsgebiet. Um in diesem großen „System“ eine gute Orientierung zu haben, ist die Schule in vier Lernhäuser aus je zwei Eingangsstufen, einer 3. und einer 4. Klasse aufgeteilt. Diese vier Lernhäuser bilden Untereinheiten mit festen Teams. Das schafft vertrauensvolle Beziehungen und führt innerhalb der Lernhäuser zu einem persönlicheren Miteinander. Diese Struktur der Lernhäuser wird auch in der Mensa fortgeführt: Die Lernhäuser haben eigene Ausgabebüfetts an denen sich die Schüler*innen bedienen können und es gibt separate Sitzbereiche in den jeweiligen Lernhausfarben.

Gemeinsam mit den Schüler*innen verbindliche Regeln erarbeitet | Die Schüler*innen sind für die Sauberkeit, Ordnung und Ruhe in der Mensa mitverantwortlich. Dementsprechend gibt es verbindliche Regeln, Abläufe und zugeordnete Aufgaben, wie zum Beispiel das Befüllen der Wasserkrüge, die Rückgabe des Geschirrs sowie das Reinigen der Tische. Die Lautstärke in der Mensa wird über „Ampelkarten“ geregelt. Diese Karten sind beidseitig mit je einem roten und einem grünen Punkt bedruckt. Sollte es an einem Tisch zu laut oder unruhig werden, wird die Karte von Grün auf Rot gedreht – für alle ein klares Zeichen, dass es wieder ruhiger werden muss. Sobald dies wieder gut klappt, wird die Karte zurück auf Grün gedreht. Diese verbindlichen Regeln wurden gemeinsam mit den Schüler*innen erarbeitet. Sie umfassen Hygieneregeln vor dem Essen, Verhaltensregeln in der Mensa und am Büfett, sowie das Aufräumen nach dem Essen und das Verlassen der Mensa. Um diese Regeln für alle bekannt zu machen, gibt es einen Mensa-Führerschein, in dem die Nutzung der Mensa in kleinen Lerneinheiten geübt wird und der mit einem Fragebogen abschließt. Auf der Internetseite der Schule finden alle Beteiligten außerdem umfangreiche Informationen über das Angebot, die Organisation und die Regeln in der Mensa. Dort können sich auch Eltern gut informieren über das, was in der Mensa passiert.  Für eine gute Akzeptanz des Essens sorgen ein ausgewählter Speiseplan mit zwei Menülinien nach dem Rahmenkonzept der Stadt Oldenburg und die Möglichkeit, sich an einem Büfett selbst bedienen zu können. Neue Gerichte werden gut erklärt und angekündigt und die Kinder haben die Möglichkeit, unbekannte Speisen erstmal zu probieren. Regelmäßige Umfragen bei den Schüler*innen geben Team und Speiseanbieter Rückmeldung zum Essen und über Schülerwünsche. Mottotage, wie z.B. der „Räubertag“ oder auch der „Eiszeittag“ sollen den Kindern das Essen in der Mensa zusätzlich schmackhaft machen. Beides kommt sehr gut an und die Schüler*innen bringen sich hier kreativ mit Speisevorschlägen und Dekorationen ein. Auch im laufenden Alltag werden die Schüler*innen ermutigt, mit dem Mensateam in Kontakt zu treten, wenn sie ein Anliegen oder positive Rückmeldungen zum Essen haben. Auch über den Wunschbriefkasten, der von den Kindern gestaltet wurde und der in der Mensa hängt, können sie ihre Anliegen und Essenswünsche mitteilen. Das Mensateam nimmt Kinderwünsche regelmäßig in die Essenspläne mit auf und deklariert sie entsprechend im ausgehängten Mensaplan. Nicht nur das Feedback der Schüler*innen ist wichtig: Innerhalb der Schule gibt es regelmäßige Austauschrunden zwischen Schule und dem Träger des Ganztages. Ein Mensaausschuss aus Mitgliedern der Schule, dem Träger des Ganztages, der Stadt Oldenburg, Eltern und Schüler*innen trifft sich darüber hinaus mindestens zweimal jährlich. In diesen Gremien werden Ziele, Herausforderungen und mögliche Probleme auf Augenhöhe und respektvoll miteinander besprochen. Alle Verantwortlichen werden zu Beginn eines Schuljahres klar benannt und zeitliche Strukturen werden festgelegt. In allen Klassen gibt es gewählte Ganztagssprecher*innen, die sich regelmäßig treffen, um über Abläufe und Themen im Ganztag zu sprechen und diese mitzugestalten.

In der Grundschule Bloherfelde wird das Mittagessen als Chance gesehen und gelebt | Die Erfahrung an der Schule zeigt, dass sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten eine Gesprächskultur über das Essen hinaus entwickelt und es sich in diesem Umfeld leichter ergibt, neue Speisen zu probieren und kulturelle Besonderheiten auszutauschen. Aus diesen Gesprächen ergeben sich oftmals Möglichkeiten, mit Schüler*innen noch einmal anders ins Gespräch zu kommen. Auch von Themen abseits des Unterrichts oder schwierigen Themen erfährt man hier schon einmal eher etwas. Insgesamt werden im Mensaalltag soziale Kompetenzen gestärkt und die Integration gefördert. Ebenso sind BNE-Themen (Bildung für nachhaltige Entwicklung) in der Mensa verortet. Sei es durch die Auswahl der Lebensmittel (saisonales und regionales Obst und Gemüse, Bio-Lebensmittel), dem Vermeiden von Müll und Lebensmittelresten oder der demokratischen Mitbestimmung und einem wertschätzenden Umgang untereinander und mit dem Mensapersonal.  In der Grundschule Bloherfelde wird auch im Unterricht eine gesundheitsfördernde Ernährung thematisiert und durch verschiedene Projekte, wie z.B. die Schulgarten-AG, das gesunde Frühstück oder auch Kochen und Backen in der Schulküche, aufgegriffen.

Die Grundschule Bloherfelde hat sich mit ihrem Konzept auch auf dem Fachtagung „Zukunft Schulverpflegung – lokal vernetzt, digital gestärkt“ vorgestellt.     

Fotos © Melanie Greinert – GS Bloherfelde