06.11.2018 - Klöckner: "Für nur vier Cent mehr gibt es ein gesünderes Schulessen. Das sollten uns unsere Kinder wert sein."

Klöckner und Spahn werben anlässlich der Vorstellung der Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung für flächendeckende DGE-Qualitätsstandards

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, stellt heute die von ihrem Ministerium bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Auftrag gegebene Studie zu Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS) vor. Gemeinsam mit ihrem Kollegen, Bundesgesundheitsminister, Jens Spahn, wirbt Klöckner dafür, DGE-Qualitätsstandards für Schulessen flächendeckend in allen Schulen zu verankern.

Klöckner zu den Ergebnissen der KuPS-Studie: "Der Bundesregierung ist gesunde und ausgewogene Ernährung ein besonderes Anliegen. Das gilt insbesondere bei der Schulverpflegung, wo wir die DGE-Standards flächendeckend umgesetzt wissen wollen. Mit der KuPS-Studie wird erstmals wissenschaftlich belastbar nachgewiesen, dass dem nichts im Wege steht. Die Studie hat ergeben: Es braucht nur vier Cent, um ein Mittagessen in unseren Schulen gesünder zu machen, sodass es dem Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entspricht. Schulverpflegung muss also nicht teuer sein. Wenn nur ein einstelliger Cent-Betrag den Unterschied macht, dann darf es keine Ausreden mehr geben für die flächendeckende Anwendung des DGE-Standards. Denn es geht hier um eine Investition in die Gesundheit unserer Kinder. Das zahlt sich aus – für uns alle."

Bundesministerin Klöckner würdigt in ihrer Rede insbesondere die Rolle der Kommunen: "Die KuPS-Studie zeigt auch: Wenn es um eine qualitativ hochwertige Schulverpflegung geht, kommt den Schulträgern – den Landkreisen, Städten und Kommunen – eine elementare Rolle zu! Fast 27 Prozent der Schulträger haben angegeben, dass es einen direkten Zuschuss der Kommune pro Mittagessen der Schüler gibt. 29 Prozent stellen das Ausgabepersonal bereit. 56 Prozent übernehmen die Betriebskosten, also beispielsweise Strom und Wasser. Und sogar 95 Prozent – also fast alle – stellen das Mobiliar für den Speiseraum! Das summiert sich: Mit einer finanziellen Unterstützung von bis zu 1,2 Milliarden Euro pro Jahr sorgen die Kommunen dafür, dass die Eltern in der Regel nicht mehr als 3,50 Euro je Schulessen ausgeben müssen. Das ist eine enorme Leistung, die vielen Eltern und Verantwortlichen vielleicht gar nicht bewusst ist. Dafür gebührt den Kreisen, Städten und Gemeinden ein herzlicher Dank – und Unterstützung. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst machen: Das sind öffentliche Gelder. Unsere Aufgabe ist es nun, auch durch die in der Studie aufgezeigten Stellschrauben zu gewährleisten, dass die eingesetzten Gelder genau das fördern, was uns allen wichtig ist: Gesundes Essen an Schulen. Dazu wird mein Ministerium mit ganz konkreten Unterstützungsmaßnahmen beitragen."

In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule sowie den Vernetzungsstellen Schulverpflegung der Länder wird Klöckner die Beratungsangebote für Kommunen noch verstärken: "Ich will, dass der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung die Grundlage jedes Speiseplans in Schulen wird. Das ist nicht nur Auftrag des Koalitionsvertrages, sondern eines meiner Herzensanliegen. Mein Ministerium fördert bereits seit zehn Jahren die Vernetzungsstellen für eine gesunde Mittagsverpflegung. Und wir haben das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in der Schule, kurz NQZ, gegründet. Ab 2019 werden wir die Mittel für die Projekte der Vernetzungsstellen verdoppeln, auf zwei Millionen Euro pro Jahr. Wir werden die Beratung durch das NQZ und die Vernetzungsstellen Schulverpflegung weiter stärken. Die DGE-Projektförderung haben wir dafür bereits erhöht. So tragen wir als Bund dazu bei, die Prozesse zu professionalisieren und Synergien abzuschöpfen. Wir wollen mit den Kommunen als Schulträgern zusammenarbeiten und sie partnerschaftlich unterstützen. Dazu werde ich Gespräche mit den Vertretern der kommunalen Spitzenverbände führen. Damit eine gesundheitsförderliche Verpflegung in unseren Schulen endlich Realität wird."

Zentrale Ergebnisse der KuPS-Studie:

  • Ein Schulessen nach DGE-Standard ist nur unwesentlich teurer: In einer Grundschule ein Mittagessen nach DGE-Standard zuzubereiten, bedeutet einen Kostenunterschied von nur vier Cent (Annahme: Es wird vor Ort gekocht (Mischküche), durchschnittlich 200 ausgegebene Essen, 5,36 € vs. 5,40 € für eine Mittagsmahlzeit nach DGE-Qualitätsstandard).
  • Über eine bessere Prozess-Effizienz können die vier Cent häufig einfach eingespart werden. Durch strukturelle Anpassungen wie Prozessverbesserungen, oder höhere Essenszahlen lässt sich die Kosteneffizienz steigern.
  • Die Kommunen als Schulträger bezuschussen Schätzungen der Studie zufolge die Schulverpflegung mit bis zu 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Denn die Kosten für ein Schulessen liegen deutlich über dem Preis, den die Eltern bezahlen – im Durchschnitt 3,50 Euro pro Schulessen.

Hintergrund:

Im Auftrag des BMEL hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Studie zu den Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung (KuPS) durchgeführt. Ziel der Studie war es, mithilfe von Modellrechnungen Preis- und Kostenstrukturen in der Schulverpflegung unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren anschaulich darzulegen. Auch die Kosten und Wirtschaftlichkeit verschiedener kommunaler Konzepte sowie der Einfluss der Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards sollte aufgezeigt werden.

Link zur Studie: www.bmel.de/Studie-Kosten-Schulverpflegung

Quelle: BMEL, Pressemitteilung Nr. 169 vom 06.11.18

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