Schulverpflegung

Ernährungsarmut

Ernährungsarmut im Klassenzimmer: Ein immer größeres Problem, dem Sie mit der Schulverpflegung begegnen können.

Brotdose mit Apfel und Tomaten
© Vesch NI | Buecher mit Stiften daneben und Pausenverpflegung

© Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen | Maja Schültingkemper

Weitere Informationen:

IN FORM-Projekt „Gut gefrühstückt in den Schulalltag“

IN FORM-Projekt „BuT: Kostenfreies Schulmittagessen“

Kein Geld für Frühstück, Pausenbrot und Schulmittagessen

Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut betroffen und dadurch auch von Ernährungsarmut bedroht – das beeinträchtigt die Gesundheits-, Teilhabe- und Bildungschancen. An vielen Schulen zeigt sich das inzwischen deutlich: Wenn Familien ihren Kindern kein Frühstück bereiten, keine ausreichend befüllte Brotdose mitgeben oder das Geld für das Mittagessen nicht aufbringen können, ist die Leistungsfähigkeit der Kinder im Schulalltag geringer. Neben der Leistungsfähigkeit leidet auch die Gesundheit der Kinder. Das Bundeszentrum für Ernährung beschreibt, dass betroffenen Kinder seltener vitamin- und mikronährstoffreiche Lebensmittel essen, wodurch Wachstum, Sprachentwicklung und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind.

Schulverpflegung wirkt – Was Sie gegen Ernährungsarmut tun können

Die Schule kann strukturelle Probleme zwar nicht beseitigen, spielt bei der Bekämpfung von Ernährungsarmut jedoch trotzdem eine große Rolle. An folgenden Punkten können Sie ansetzen, um Ernährungsarmut im Schulalltag zu begegnen:

Inanspruchnahme des vergünstigten/kostenfreien Mittagessens als Leistung des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) unterstützen:

Schulfrühstück etablieren:

  • Nutzung der Lebensmittel des EU-Schulprogramms
  • Kooperationen mit regionalen Lebensmitteleinzelhändlern oder Landwirten
  • Spenden oder Gelder des Fördervereins für kostenfreies Frühstücks nutzen
  • Teilnahme am Frühstückstalk – Ideen und Erfahrungen austauschen

Schulung des Personals – Mögliche Anzeichen für Ernährungsarmut erkennen:

  • Regelmäßiger Austausch über mögliche betroffene Kinder
  • Hilfsangebote regionaler Akteure an betroffene Familien vermitteln

Weitere armutsbedingte Barrieren erkennen und Stigmatisierung vermeiden:

  • Beispiel: Stigmatisierung von armutsbetroffenen/BuT berechtigten Kindern, indem diese z.B. eine andersfarbige Marke fürs Mittagessen bekommen