Implementierung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements

„Lebensmittelwertschätzung in der Schule im Rahmen der Schulverpflegung“

 

Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern für die Wertschätzung von Lebensmitteln und die Entwicklung von nachhaltigen Strategien zur Vermeidung von Tellerresten seitens der Gäste in der Schulverpflegung. Dies geschieht im Rahmen einer Gremiumsarbeit an den teilnehmenden Schulen.

Das niedersächsische Projekt ist Teil eines durch Mittel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanzierten Verbundprojektes der fünf Nordbundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Unter dem Titel „Wissenstransfer zum Thema Ressourcenmanagement für die Bereiche nachhaltige Verpflegung und Ernährung in Schulen und Kitas“ haben sich die fünf Bundesländer zusammengeschlossen.

Während die theoretischen Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit in zahlreichen Facetten in allen Bundesländern detailliert ausgearbeitet vorliegen, fehlt es oftmals an der Umsetzung in der Schul- und Kitaverpflegung. Deshalb ist es notwendig, einen Wissenstransfer zum Thema „Nachhaltiges Ressourcenmanagement in der Schul- und Kitaverpflegung“ zu organisieren. Mit dem Verbundprojekt sollen Erfahrungen und Kenntnisse ausgetauscht und vermittelt werden. Noch immer wird die Diskussion um Qualität in der Gemeinschaftsverpflegung im Bereich Schule und Kita durch ernährungsphysiologische Aspekte und hygienische Normen dominiert. Aspekte der Nachhaltigkeit, Saisonalität, Regionalität, Diversität, Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und Fairness in der Nahrungsproduktion sind demgegenüber zu stärken. Mit dem Projekt soll an die Entwicklung der Ernährungsbildung im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die in den Bundesländern in unterschiedlicher Art und Weise sowie Ausprägung umgesetzt wird, angeknüpft werden.

Das niedersächsische Projekt baut auf gewonnenen Erkenntnissen aus dem Forschungsprojekt Reduce Food Waste ( ReFoWas) auf. Die in diesem Rahmen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gesammelten Erfahrungen und entwickelten Materialen zu Aktionen und Bildungsmaßnahmen in der Schulverpflegung sollen an niedersächsischen Schulen eingesetzt und, wenn nötig, für die Schulen angepasst werden.

Für eine umfassende Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler, sollen vor der tatsächlichen Messung der Tellerreste die Themen Lebensmittelwertschätzung und Vermeidung von Tellerresten und Nachhaltigkeit zunächst im (außer-)unterrichtlichen Angebot aufgegriffen werden. Die benötigten Materialen werden den Schulen durch die Projektmitarbeiter/-innen zur Verfügung gestellt. In welchem Rahmen die Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden, bestimmt die Schule selbst.

Anschließend werden in der Schule eine Woche lang die anfallenden Tellerreste während der Mittagsverpflegung gemessen. Die Messung wird durch die Projektmitarbeiter/-innen sichergestellt. In dieser Woche geben die Gäste ihre Tellerreste in einen besonderen Messeimer und notieren ihre persönlichen Gründe für die entstandenen Tellerreste. Die Projektmitarbeiter/-innen werten diese Ergebnisse aus und bereiten sie für die anschließende Gremienarbeit auf.

Im Anschluss an die Messwoche wird ein Gremium der jeweiligen Schule, bestehend aus Lehrkräften, Schulleitung, Schülerinnen und Schülern, Mitarbeitern der Mensa und weiteren Akteuren, begleitet durch die Projektmitarbeiter/-innen, gemeinsam Strategien für eine Verringerung der Tellerreste entwickeln (partizipativer Ansatz). Anschließend werden nächste Schritte festgelegt, um die erarbeiteten Strategien nachhaltig umzusetzen. Dafür können die Schulen Unterstützung durch die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen erhalten. 

Insgesamt nehmen zehn Schulen aus ganz Niedersachsen an dem Teilprojekt teil. Wir freuen uns sehr, dass die erste Schule im November mit ihrer Tellerrestemessung startet!