Schulverpflegung
Trinken als Teil der Schulverpflegung
Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit. Wir zeigen auf, wie Trinken in den Schulalltag und in das Schulverpflegungskonzept integriert werden kann.
Weitere Informationen:
Trinken – Was und wieviel?
Die besten Durstlöscher sind Mineral- und Trinkwasser ebenso wie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Mit Wasser verdünnter Fruchtsaft kann als Alternative genutzt werden (3 Teile Wasser, 1 Teil Saft). Saftschorlen mit höherem Saftanteil, z.B. gekaufte Apfelsaftschorle im Verhältnis 2:1 sollten jedoch nicht als Durstlöscher eingesetzt werden. Zuckergesüßte Getränke, wie Soft Drinks, sollten vermieden werden, da Sie das Risiko für Erkrankungen und die Entstehung von Karies erhöhen. Auch Getränke mit Süßungsmitteln sind für Kinder nicht zu empfehlen [1].
Richtwerte für die tägliche Wasserzufuhr je nach Alter:
| 1 ≤ 4 Jahre, ca. 13 kg | 4 ≤ 7 Jahre, ca. 19 kg | 7 ≤ 10 Jahre, ca. 27 kg | 10 ≤ 13, ca. 38,5 kg | 13 ≤ 15 Jahre, ca. 50,5 kg | 15 ≤ 19 Jahre, ca. 61,5 kg |
| 820 ml | 940 ml | 970 ml | 1 170 ml | 1 330 ml | 1 530 ml |
Trinkangebot in der Schule
Kinder und Jugendliche haben im Verhältnis zur Körpergröße einen höheren Flüssigkeitsbedarf als Erwachsene [1]. Jedoch bemerken diese die Signale des Durstgefühls oft nicht rechtzeitig. Durch Ablenkungen wie Unterricht oder Spielen, aber auch durch Stresssituationen. Um Flüssigkeitsverluste rechtzeitig ausgleichen zu können, sollten Kinder und Jugendliche daher im Schulalltag regelmäßig ans Trinken erinnert werden und Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser haben. Zusätzlich kann durch ein Trinkwasserangebot in der Schule auch Platz und Gewicht im Schulranzen gespart werden.
Um das Trinkangebot an Ihrer Schule zu optimieren, können Sie an folgenden Schnittstellen ansetzen:
Kostenloses Trinkwasser im Schulalltag
Stellen Sie im Schulalltag kostenlos Trinkwasser bereit. Dafür können Sie Trinkbrunnen, Trinkwasserspender, Wasserkaraffen oder auch Wasserflaschen nutzen. Weitere Informationen zu möglichen Trinkspendervarianten und deren Vor- und Nachteile finden Sie in der InForm-Broschüre „Trinken in der Schule“ oder in der Borschüre „Trink Leitungswasser – Trinkwassersysteme für Schulen“ von der Verbraucherzentrale NRW . Auch Kinder, die es bisher nicht gewohnt sind Wasser zu trinken, bekommen so die Möglichkeit, sich an das Wassertrinken zu gewöhnen. Außerdem können Sie so vermeiden, dass Kinder zuckergesüßte Getränke von zuhause mitbringen.
Trinkwasserspender
Wirken Sie durch ein kostenfreies Trinkwasserangebot in der Schule dem Konsum zuckerhaltiger bzw. kalorienreicher Getränke entgegen. So verbessern Sie die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schülern und beugen der Entstehung von Erkrankungen wie Karies oder Übergewicht vor[1].
Damit Ihr Weg zum Trinkwasserspender optimal verläuft, stellen wir Ihnen drei Checklisten zur Verfügung. Die Checklisten helfen, systematisch alle wichtigen Punkte, die Ihnen die Einrichtung eines Gerätes erleichtern, abzuklären.
Die Checkliste „Bedarfsermittlung zur Anschaffung eines Trinkwasserspenders“ erleichtert es Ihnen, die individuellen Wünsche und Bedürfnisse an Ihrer Schule zu erkennen:
Die Checkliste „Anbieter- und Gerätevergleich“ hilft Ihnen, dass für Ihren Bedarf beste Preis-Leistungsverhältnis zu ermitteln und stellt Fragen zu:
Die Checkliste „Akzeptanz des Trinkwasserspenders“ gibt Ihnen einen Überblick über Maßnahmen die wichtig sein können, um den neuen Trinkwasserspender erfolgreich an Ihrer Schule einzuführen und eine hohe Akzeptanz zu erreichen:
Hinweis: Häufig unterstützen die jeweiligen Wasserversorger oder Kommunen eine Anschaffung von Trinkwasserspendern in Schulen.
Getränkeangebot im Rahmen der Schulverpflegung
Auch die Schulverpflegung bietet eine große Möglichkeit, Kinder und Jugendliche mit gesundheitsförderlichen Getränken zu versorgen. Bieten Sie im Rahmen der Schulverpflegung daher Getränke, wie Trinkwasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, an einem gut einsehbaren Ort an. Vermeiden Sie das Angebot von gesüßten Getränken in der Mensa. Nutzen Sie die Chance, während der Mittagspause Kindern und Jugendlichen Speisen und Getränke zu vermitteln, die Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sind [2].
Getränkeangebot - Kiosk
Bedenken Sie bei der Bereitstellung gesundheitsförderlicher Getränke auch den Schulkiosk. Beziehen Sie den Betreibenden des Schulkiosks mit ein und überlegen Sie gemeinsam, welche Anpassungen am Speisen- und Getränkeangebot vorgenommen werden können, um dieses gesundheitsförderlicher zu gestalten. Dazu könnte z.B. der Austausch zuckerhaltiger Getränke hin zu geeigneten Durstlöschern gehören. Führen Sie Anpassungen nach und nach durch, sodass die Schülerinnen und Schüler sich an die neuen, gesünderen Angebote gewöhnen können [1].
Trinken im Unterricht
Schaffen Sie im Unterricht regelmäßig Zeit für Trinkpausen. Besonders im Grundschulalter sollte die Lehrperson Kinder regelmäßig daran erinnern, etwas zu trinken. Führen Sie Trinkregeln ein, sodass es durch ständige Trinkpausen im Unterricht nicht zu Unruhen kommt. Ein Beispiel: Trinken ist während dem Frontalunterricht nicht erlaubt, in Gruppenarbeiten oder Stillarbeitsphasen jedoch gestattet [1].
Nutzen Sie als Lehrperson ihre Vorbildfunktion. Kinder und Jugendliche orientieren ihr (Ess-)Verhalten an Erwachsenen. Vermeiden Sie daher während des Unterrichts zuckergesüßte Getränke wie Soft Drinks oder Energy Drinks auf ihrem Pult stehen zu haben und platzieren Sie dort stattdessen eine Flasche Wasser [2].
Ist in Fachräumen das Trinken untersagt, ermöglichen Sie den Schülern zu festen Zeitpunkten Trinkpausen vor der Tür des Klassenzimmers.
Tipps zur Umsetzung
- Eigene, mit Logo versehene Trinkflaschen für Schüler*innen kostengünstig bereitstellen oder als Einschulungsgeschenk verschenken
- Irgendein Wasserspender ist besser als Keiner – Starten Sie erstmal mit einem Wasserspender, sammeln Sie Erfahrungen und schauen dann, wie es weiter geht
- Schalten Sie sich mit benachbarten Schulen kurz und nutzen Sie Synergieeffekte
- Benennen Sie Verantwortliche für regelmäßige Wartung und Reinigung des Wasserspenders
- Binden Sie Eltern und Schüler*innen mit ein -> Informieren Sie über Vorteile und motivieren Sie Schüler*innen so das Angebot zu nutzen
Quellen:
[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Trinken in der Schule – Optimales Trinkverhalten im Schulalltag fördern (3. Auflage, 05/2024)
[2] Rose L. et al.: Schulverpflegung zwischen gesundheitserzieherischer Programmatik und der Subversion des Alltags. heiEDUCATION Journal 7 (12/2021) S.11-32
